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22.05.2012
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Navarra - Große Vielfalt auf kleinem Raum

Das Königreich Navarra ist ein kleines Land: Mit wenig mehr als 10.000 Quadratkilometern entspricht es etwa der Hälfte des Bundeslandes Hessen. Das Mosaik aus verschiedenen Landschaften auf diesem kleinen Raum ist einzigartig: Schneebedeckte Berge um die Pyrenäen-Dörfer im Norden, steinerne Burgen und Klöster aus dem Mittelalter entlang des Jakobswegs nach Santiago de Compostela und im Süden die spektakuläre Wüste Bardenas Reales. Navarra ist ein Geheimtipp für Genießer von guten Weinen, sowie für Wanderer und Kulturinteressierte gleichermaßen.



Blick auf die Ortschaft Aribe.
Foto: Königreich Navarra

Kühle Berge, steinerne Dörfer und ein Märchenwald
Im Norden Navarras laden traditionsreiche Dörfer ein, in einem der zumeist Landgasthäuser (Casas Rurales) Station zu machen. Wanderwege führen durch grüne Täler, in denen es der Sage nach von Hexen nur so wimmelt. Zugarramurdi im Baztan-Tal beispielsweise galt schon im Mittelalter als „Dorf der Hexen“. Die 120 Meter lange und teils 12 Meter hohe Höhle hieß damals „Kathedrale des Teufels“. Noch heute findet dort alljährlich am Samstag vor dem Johannestag (24. Juni) ein Treffen für „Zauberer und Hexen“ statt. In Roncesvalles geht es umso religiöser zu: Hier ist die nördlichste Station des Jakobswegs in Spanien. Die imposante Stiftskirche des Augustinerklosters mit schönem Kreuzgang und eine kleine Kapelle sind Ziel zahlreicher Pilgerbesuche. Etwas weiter südlich liegt der Selva de Irati, der größte zusammenhängende Buchenwald Europas. Rotwild und Steinböcke sind in dem 170 Quadratkilometer großen Gebiet heimisch. Sehenswert sind auch die steinernen, mit Schindeln gedeckten Häuser in Ochagavia, einem Dorf mit 700 Einwohner südlich des Waldes. Zwischen alten Steinbrücken und gepflasterten Straßen fühlt sich der Besucher einige Jahrhunderte zurück versetzt. Auch hier bieten mehrere Casas Rurales die passende Unterkunft.

Pamplona, die kultige Hauptstadt
Ihren Namen verdankt die Stadt im Zentrum Navarras der Legende nach dem römischen Feldherrn Pompeius. 75 vor Christus gründete er die Stadt Pompaelo, das heutige Pamplona. Eindrucksvolle Verweise auf die Vergangenheit Pamplonas sind die gothische Kathedrale, deren Kreuzgang zu den schönsten in Spanien gehört, und die Zitadelle aus dem 16./17. Jahrhundert. Entlang der Teilstücke der alten Stadtmauer bieten sich zahlreiche Gelegenheiten für einen Spaziergang mit schönem Ausblick auf die Altstadt und das Tal des Río Arga. Sehenswert ist auch das Rathaus – Casa Consistorial – aus dem 15. Jahrhundert in der Altstadt. Entspannen kann der Reisende vom Stadtbummel im Parque Media Luna. Der „Park des Halbmonds“ ist mit seinen alten Straßenlaternen eine ebenso romantische Anlage, wie sein Name vermuten lässt. Jeden 6. Juli beginnt ein 7-tägiges Fest zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín bei dem die Einwohnerzahl der Stadt sich verdreifacht. Das nicht nur durch Hemingway bekannte Fest mit dem Eintreiben der Stiere durch die Altstadt wurde das erste Mal bereits vor mehr als 400 Jahren gefeiert. Wer übrigens auf den Spuren des amerikanischen Schriftstellers wandeln möchte, besucht am besten das Café Iruña – übrigens der baskische Name Pamplonas. Die 250.000 Einwohner Stadt ist der Regierungssitz und das Wirtschaftszentrum der Provinz.



Das Rathaus von Olite.
Foto: Königreich Navarra

Lebendiges Mittelalter und Naturschauspiele
Südöstlich von Pamplona liegt das Dorf Javier. In der gut erhaltenen Burg soll der Landesheilige San Francisco de Javier gelebt haben. Weiter östlich findet der Reisende in den steilen Bergschluchten Foz de Arbayún und Foz de Lumbier Natur pur. Dort gibt es zum Beispiel die größte Kolonie von Gänsegeiern in Europa. Nahe der Grenze zu Aragón liegt das Städtchen Sang„Åesa. Die Kathedrale Santa María de Sang„Åesa mit einem aufwändig verzierten Portal ist Bestandteil des Jakobswegs, der von Osten aus durch Navarra führt. Dieser vereint sich mit der Route aus dem Norden in Puente la Reina, etwa 25 Kilometer südwestlich von Pamplona. Die sechsbögige „Brücke der Königin“ aus dem 11. Jahrhundert ist das Wahrzeichen des Städtchens. Auf einer Besichtigungstour dürfen die achteckige Kirche in Eunate und der Kreuzgang im Kloster San Pedro in Estella nicht fehlen. Architektur und Geschichte ziehen die Pilger hier gleichermaßen in Bann.

Wein und Wüste im Süden
Knapp 40 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt liegt Olite. Im Mittelalter war diese Stadt sogar Sitz der Könige von Navarra. Die Burg mitten auf dem Hauptplatz, zu dem die engen, kleinen Gassen führen, gleicht einem Märchenschloss. Wer sich einmal wie im Märchen fühlen will, übernachtet in dem Parador in der Burg. Weiter gen Süden gelangt der Reisende in die Bardenas Reales, eine spektakuläre Wüstenlandschaft. Das fast menschenleere Gelände misst 415 Quadratkilometer und ist Naturschutzgebiet. Einige der von Wind und Wetter gezeichneten Erosionsformen erinnern an Naturburgen. Tudela ganz im Süden der Provinz ist mit knapp 30.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Navarra. Sie wurde von den Mauren gegründet und birgt in ihren winkligen Gassen einige historische Bauwerke aus dieser Zeit. Eindrucksvoll ist auch das Portal mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Kathedrale der Stadt. Durch das wärmere Klima wachsen in der Ribera-Gegend im Süden Navarras nicht nur viele Gemüsesorten, sondern auch gute Weine, die sich mit denen aus der Rioja messen lassen können.

Provinz Navarra
Die Comunidad Foral de Navarra im Norden Spaniens ist eine der kleinsten Autonomiegemeinschaften des Landes. Im Norden grenzt die Provinz an Frankreich und die Pyrenäen, im Südosten an Aragón, im Südwesten an La Rioja und im Nordwesten an das Baskenland. Viele Bewohner des Nordens von Navarra sprechen und fühlen sich baskisch. Ortsnamen und Festgewohnheiten sind dort oft baskischen Ursprungs. Hauptstadt der Provinz ist Pamplona; die nächst größeren Städte sind Tudela, Estella und Tafalla.

Quelle: Königreich Navarra / bearbeitet von pairola-media

 
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