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22.05.2012
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Valencia-Stadt: Jahrtausende alte Kultur und moderne Großstadt

Valencia Stadt, die Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Valencia und auch heute noch die drittgrößte Stadt Spaniens, kann auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Im Jahre 135 v. Chr. als Valentia von den Römern gegründet, gehörte die Stadt anschließend zur westgotischen Monarchie, geriet unter die Herrschaft der arabischen Eroberer und entwickelte sich im 16. Jahrhundert, unter aragonischer Herrschaft, zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren des Mittelmeerraums. Die abwechslungsreiche Geschichte hat das Erscheinungsbild der Stadt nachdrücklich geprägt. Am besten nachvollziehen lässt sich der historische Verlauf in Valencias Altstadt. Diese ist angesiedelt in der Umgebung der Kathedrale, hauptsächlich zwischen der Plaza de la Almoina und den Strassen Corregeria, Callibers, Avellanas, Palau, Almirante, San Esteban, Conde de Olocau, Almudín, Cruilles, Navellos und Bany dels Pavesos. Spuren, die von den verschiedenen Eroberen hinterlassen wurden, sind hier überall zu finden. Dadurch entseht ein reizvoller Mix der Kulturen und Stile, die in Valencia existiert haben.

Die Kathedrale von Valencia.

Die Kathedrale von Valencia.
Foto: Tourspain

Ein gutes Beispiel liefert der Regierungspalast, der Palau de la Generalitat, der mehrere Stile vereint. Er ist im Renaissance-Stil getäfelt, zeigt hierbei jedoch sehr starke arabische Einflüsse.

Ebenfalls eine Kombination unterschiedlicher Stile ist die beeindruckende Kathedrale von Valencia, die Catedral Metropolitana. Man begann mit ihrer Erbauung 1262 im gotischen Stil, so dass die Puerta de los Apóstolos, Ziborrium und Aula Capitular del Santo Cáliz gotisch sind. Im gleichen Stil ist der achteckige Glockenturm - El Micalet - angelegt, der aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammt und mittlerweile das Wahrzeichen der Stadt ist.

Romanisch dagegen ist die Puerta Palau, während das Hauptportal der Kathedrale und der Altarraum im Barockstil gebaut sind.

Andere gotische Bauwerke sind der Palacio de la Baylia, aus dem 16. Jahrhundert, der heute die Provinzdeputation beherbergt. Der Palast der Scala ist ebenfalls gotisch, hat aber auch Renaissance-Einflüsse aufzuweisen. Beide Gebäude liegen an der Plaza des Manises.

Auch die Königliche Basilika Nuestra Senora de los Desamparados ist gotisch. Hier lässt sich die Figur der Schutzheiligen von Valencia bewundern. In den Gewölben der Basilika befinden sich Fresken von Palomino.

Einen Besuch Wert ist auch die Kirche San Juan del Hospital, die im 14. Jahrhundert von den Rittern des Johanniterordens erbaut wurde. Das Kloster Santo Domingo, in dem der heilige Vinzenz Ferrer lebte, ist heute, genau wie sein Geburtshaus, ein Pilgerort für die Valencianer. Der Dominikanermöch, der im 14. Jahrhundert als Bußprediger tätig war, ist heutiger Patron der Stadt.

Einen der schönsten Türme Spaniens kann man in der Kirche Santa Catalina besichtigen. Der achteckige Turm wurde im Barockstil angelegt. Genauso wie die Kirche San Esteban, in der man das Taufbecken der heiligen Vinzenz Ferrer besichtigen kann und die die traditionelle Hochzeitskirche für die Töchter des Cid war, des spanischen Nationalheldens, der Valencia 1094 eroberte und dort sein eigenes Reich gründete. Noch heute ist er Mittelpunkt der spanischen Heldendichtung, in der er als Symbol der nationalen Einheit und der kriegerischen Tapferkeit gilt.

Die Plaza de la Virgen am Abend.

Die Plaza de la Virgen am Abend.
Foto: Touspain

Doch nicht nur die Kirchen beeindrucken in der ehemaligen Hauptstadt. Als einer der schönsten gotischen Zivilbauten Europas gilt die Lonja de Mercaderes, die im 15. Jahrhundert von Pere Compte erbaut wurde und ihren Besucher mit schraubenförmigen Säulen und Kreuzverzierungen bezaubert.

Erwähnenswert sind auch der Palast der Marqueses de Dos Aguas, mit seiner Barockfassade und der Palast El Temple aus dem 18. Jahrhundert, heute der Sitz der Regierungsdelegation. Im Justizpalast aus der gleichen Epoche kann man heute eine wertvolle Sammlung von Wiegendrucken und Miniaturbüchern besichtigen.

Wer arabische Einflüsse sucht, der wird in den Überresten der Bäder des Abd al Malik, die auch als Bäder des Admirals bekannt sind, fündig. Auch in der Strasse Salinas stehen noch einige Häuser, die der islamischen Bauweise entsprechen.

In der gleichen Gegend sind auch die Reste der Stadtmauer zu finden, die bis zum 19. Jahrhundert ganz Valencia umgab. Wer sich hier auf einen Rundgang begibt, sollte auf keinen Fall das Portal de Valldigna und die Türme von Serranos und die Torres de Quart , die ehemaligen Stadttore, aus dem 14. und 15.Jahrhundert verpassen.

Weitere Höhepunkte, die jedes Jahr viele Touristen in die Stadt locken, sind die traditionellen Volksfeste die in Valencia gefeiert werden. Diese spielen sich meistens unter freiem Himmel ab, wobei die Fallas das wichtigste Fest des Jahres sind. Hier wird der Frühling begrüsst, in dem über die ganze Stadt verteilt Festfeuer entzündet werden. Der Ursprung des Festes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Heute haben die angezündeten Bauten künstlerische Qualität und kommentieren meist auf spöttische Weise das Zeitgeschehen. Während der Festwoche im März verwandelt sich Valencia in eine Fussgängerstadt, denn die Party wird auf den Strassen gefeiert.

Auch wenn sich die historischen Denkmäler der Stadt kaum alle aufzählen lassen, so hat Valencia dennoch wesentlich mehr zu bieten. Das Freizeitangebot der Stadt und vor allem das Nachtleben gelten als eines der abwechselungsreichsten und interessantesten in ganz Spanien. Begünstigt durch das milde, warme Klima sind die zahlreichen Bars und Gaststätten, die hauptsächlich um die Plaza de Cánovas angesiedelt sind, zu jeder Jahreszeit gefüllt. Die Stadt ist voll von kleinen Lokalen oder Restaurants, in denen sich Touristen wie Einwohner stärken, bevor es weitergeht in eine der vielen Diskotheken, Nacht-Clubs oder in eine Flamenco Tabalaos, wohl der traditionellste Weg um einen spanischen Abend ausklingen zu lassen.

Quelle: pairola-media

 
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