
Piraten in der KaribikSeit Johnny Depp in der Rolle des Captain Sparrow in „Fluch der Karibik“ brillierte, wurde das Interesse an Piratengeschichten wieder neu entfacht. Meist trugen sich die Geschehnisse in der Karibik zu. Schließlich bot sich die Inselwelt nicht nur als perfektes Refugium für die Freibeuter an. Auch der Seeweg der Schatzflotten aus Süd- und Mittelamerika verlief durch das karibische Meer und versprach fette Beute. 
|  Die Piraten von Nassau.
Foto: BTO
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Ein beliebter Zufluchtsort unter Seeräubern waren die Bahamas. Um 1700 wurde Nassau sogar von Piraten regiert. Auch der gefürchtete Blackbeard wählte Fort Nassau als Residenz. Seinen schlechten Ruf hatte er vor allem einer seltsamen Angewohnheit zu verdanken. Bevor er in einen Kampf zog, band er sich brennende Fussel ans Ende seines Bartes. Dadurch sah er für seine Gegner besonders angsteinflößend aus. Blackbeard kam wie die meisten Piraten aus England. Die Britische Regierung setzte die Gesetzlosen auch meist selbst gegen die verhassten Spanier ein. Doch 1718 beschloss die Krone, dass die Seeräuber zu gefährlich würden und die Kolonien von ihnen befreit werden sollten. Diese Aufgabe fiel Woodes Rogers zu, der als Gouverneur auf den Bahamas fungierte. Er schaffte es, die über 2.000 auf den Inseln lebenden Piraten zu vertreiben oder sie zu begnadigen. So wurden die Bahamas innerhalb kürzester Zeit zur piratenfreien Zone. Heute vermittelt das Museum „Pirates of Nassau“ einen historisch getreuen Einblick in die Geschichte der Piraterie.
Nicht alle Wertgegenstände konnte seinerzeit mitgenommen werden. So vermutet man noch heute auf Andros Island (Bahamas) einen verborgenen Schatz. Die höchste Erhebung der Insel wird Morgan’s Bluff genannt. Hier soll Sir Henry Morgan nach mehreren erfolgreichen Überfällen seine Beute versteckt haben. Der Waliser trat als Freibeuter gegen die Spanier an und war der einzige Pirat, der 1674 zum Ritter geschlagen wurde. Er hatte sogar die Stelle des Vize-Gouverneurs von Jamaica inne. 
|  Luftaufnahme von Exuma - Versteckten hier die Piraten ihre Schätze?
Foto: BTO
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Schließlich war auch diese Insel geradezu als Piratenstützpunkt prädestiniert. Von Port Royal aus konnten spanische und holländische Schiffe leicht überfallen werden. Bald profitierte die Stadt von den Schätzen, die diese Raubzüge einbrachten. Neben dem Handel florierte auch das Geschäft mit dem Alkohol: Man erzählte sich, dass in Port Royal auf jeden zehnten Einwohner eine Taverne kam. Port Royal war auch Schauplatz des Filmes „Fluch der Karibik“. Der Drehort jedoch wurde weiter östlich nach St. Vincent & The Grenadines verlegt, wo man die damalige Boom-Stadt originalgetreu rekonstruierte.
Beliebt zum Abfangen spanischer Schiffe waren auch die Gewässer vor Havanna. Hier machte die so genannte Silberflotte auf dem Rückweg von Süd- und Mittelamerika immer Halt, bevor sie wieder das spanische Mutterland ansteuerte. Mit ihrem Reichtum zog sie Freibeuter aus England, Frankreich und England an. 1538 brannten französische Piraten die Stadt nieder, 1555 wurde sie geplündert. Man vermutet, dass im Hafen von Havanna und seiner Umgebung rund 400 Schatzgaleonen liegen. Heute erinnert ein Piratenmuseum im Castillo del Morro in Santiago de Cuba an die vermeintlichen Helden.
Ein Überbleibsel aus dieser Zeit gibt es angeblich auch auf Mona Island vor Puerto Rico. Auf dem 70 Quadratmeter großen Eiland soll Captain Kidd im April 1699 sagenhafte 60.000 Pfund Sterling versteckt haben. Sein Kollege, der Pirat Almeida, vergrub statt eines Schatzes die Leiche seiner Angebeteten auf einer Insel vor Puerto Rico. Er baute für die Schöne einen Glassarg und beerdigte sie in den Höhlen von Caja de Muertos. Man munkelt aber, dass er nicht nur einen toten Körper, sondern dazu auch unermessliche Reichtümer vergraben haben könnte.
Auf den Cayman Islands wird zu Ehren der Seeräuber jährlich im November ein Piratenfest abgehalten. Schließlich waren nicht alle Freibeuter gemein und böse. Unter ihnen gab es sogar zwei Frauen: Anne Bonny und Mary Read. Beide führten als Männer verkleidet auf Piratenschiffen ein abenteuerliches Leben. Als man sie gefangen nahm, rettete ihnen der Umstand, dass sie zur Zeit der Inhaftierung schwanger waren, das Leben.
Seine Freibeuter-Zeit überlebt hat auch Captain „Red Legs“ Greaves. Er wurde als Sohn schottischer Sklaven auf Barbados geboren und flüchtete in jungen Jahren ausgerechnet auf ein Piratenschiff. Hier tötete er den verhassten Captain und nahm dessen Posten ein. Zwar galt er als besonders menschlich, sollte aber trotzdem gehängt werden. Doch als er im Gefängnis saß, rettete ihn ein Erdbeben, das er als einer von wenigen überlebte, vor dieser Strafe. Sein restliches Leben verbrachte er dann glücklich auf einer Plantage in Nevis. Den Beinamen Red Legs erhielt Greaves wegen der roten Beine, die unter seinem schottischen Kilt hervorlugten.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Karibik / bearbeitet von pairola-media |