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09.02.2012
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Die Wassertherapie nach Kneipp

"Ich glaube, dass ich kein Heilmittel anführen kann, das sicherer heilt als das Wasser" [Sebastian Kneipp]



Sich Wohlfühlen mit Wasser.
Foto: Kneippness

Die bekanntesten Anwendungen der Kneipp-Kur sind die Wasseranwendungen und hierbei vor allem das Wassertreten, fehlen doch in kaum einem Kurort die entsprechenden Becken. Ganz ohne Hilfsmittel kommt das Tautreten aus, man muss nur über eine taunasse Wiese laufen! Und zu Kneipps Zeiten wurden die Wassergüsse einfach mit einer Gießkanne verabreicht.

Schon zu Lebzeiten wurde Kneipp als der "Wasserdoktor" bezeichnet.
Anfangs erprobte Kneipp, damals noch Student und selbst an Tuberkulose leidend, die Wirkung des Wassers an sich selbst aus, und zwar auf recht rabiate Weise, nämlich durch "Halbbäder ... von drei bis vier Sekunden bei zehn bis fünzehn Grad Kälte (in der Donau). Müde ging ich hinaus, neu aufgefrischt und gestärkt ging ich jedesmal heim ..."[S.Kneipp: 'Aus meinem Leben']. Und so gewann er "die Überzeugung, wenn es für (ihn) ein Heilmittel gibt ... so wird es das Wasser sein." Mit der Zeit verfeinerte der Pfarrer die Methoden und vor allem - er milderte sie ab, so dass niemand mehr eine Schockbehandlung erwarten muss, für die eine robuste Natur notwendig ist.



Gesundes Schwitzen.
Foto: Vita Thermalhotel Aulendorf

Die Wirkung der Wasserkur beruht auf der Stärkung der Selbstheilungskräfte des Körpers durch milde Reize. Die vom Wasser ausgehenden Temperaturreize (kalt/warm) regen den Blutkreislauf an und fördern dadurch den Stoffwechsel und damit die Entschlackung des Körpers. Die Spanne der Anwendungen reicht von Waschungen, über Güsse, Wickel und Kräuterbäder bis zum Blitzguss. Manche Methoden lassen sich einfach in den Ablauf des tägliche Lebens einbauen (Waschungen, Tautreten); andere sind eher nur für den Kuraufenthalt oder zumindest den Urlaub gedacht, da sie müde machen (vor allem Wickel).

Einfaches Waschen ist jedoch von einer Kneippschen Waschung weit entfernt.
Kneipp unterscheidet zum Beispiel bei einer Waschung zwischen Anregung oder Beruhigung. Bei ersterer wird mit einem Waschlappen Wasser in Zimmertemperatur auf den Oberkörper verteilt. Angefangen wird immer herzfern- mit dem rechten Arm an der Handoberfläche, dann außen hoch zur Schulter, die Innenseite des Arms entlang, und danach genauso linksseits. Erst zum Schluss wird Brust, Bauch und Rücken gewaschen. Den so dünn verteilten Wasserfilm sollte man an der Luft trocknen lassen, um den Effekt der Verdunstung zu erhöhen. Die Unterkörperwäsche, die in analoger Form erfolgt, bringt hingegen einen entspannenden Effekt und ist insbesondere vor dem Schlafengehen zu empfehlen.

Einen breiten Raum in der Kneippschen Lehren nehmen Bäder in vielfältigen Formen ein. Grundsätzlich unterscheidet Kneipp zwischen Voll- und Teilbädern des Körpers, je nach Bedürfnis oder Beschwerde. Warmbäder zwischen 37 und 38 Grad, werden bei Kneipp durch zehn bis fünfzehn Sekunden Kaltbad abgewechselt, wobei darauf zu achten ist, dass immer mit dem kalt aufgehört werden muß. Packungen und Wickel sind ein altbewährtes Mittel gegen die unterschiedlichsten Beschwerden. Ob Kalt- oder Heisswickel gilt grundsätzlich, daß dem aufgetragenen Leinen- oder Baumwolltuch verschiedene Kräuter beigegeben werden sollten. Aber auch Lehm, Quark, Honig und Essig kommen zur Anwendung. Kneipp´s Lehre besagt, dass der Mensch einmal wöchentlich so richtig schwitzen sollte. Dies entschlackt den Körper und steigert das Wohlbefinden. Die positiven Effekte des Saunierens verbindet er mit dem Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes durch viel trinken, vor allem von Mineralwasser, und/oder Kräutertees. Seine Empfehlung für einen erwachsenen Menschen liegen bei zwei bis drei Litern, die gleichmäßig über den Tag verteilt zu sich zu nehmen sind.

Quelle: pairola-media (E.Winterfeld)

 

 

 
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